Der plötzliche Herztod lauert überall. Doch nicht jeder Betroffene muss daran sterben. Auch in Enger gibt es mobile Defibrillatoren an öffentlich zugänglichen Plätzen, die von Laien bedient werden können. Der ENGERSCHE ANZEIGER hat nachgeforscht, wo sie zu finden sind.
»Die Geräte sind idiotensicher«, sagt Reinhard Paul, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Enger, über die so genannten Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED). »So- bald sie eingeschaltet sind, geben sie genaue Anweisungen, was zu tun ist.« So ist auch das DRK- Haus in der Mathildenstraße mit einem AED ausgestattet – gesponsert von der Volksbank Enger-Spenge. »Wir haben vor drei Jahren sieben Geräte finanziert«, berichtet Pressesprecher Reiner Müller. Die mobilen Lebensretter hängen in den Volksbank-Filialen in Enger und Spenge sowie im Gartenhallenbad. Außerdem er- hielten die DRK-Ortsvereine und die Herzsportgruppen ein Gerät. Die heimischen Sparkassen-Filialen sind ebenfalls mit AEDs ausgestattet. Im Engeraner Rathaus dagegen ist noch kein »Defi« zu finden. Kerstin Ebert von der Stadtverwaltung: »Das soll sich aber ändern. Wir überlegen derzeit gemeinsam mit unserem Betriebsarzt, welches Gerät für uns in
Frage käme.«
Carsten Holtgrefe (links) demonstriert an einer Puppe, wie einfach die Bedienung des mobilen Defibrillators ist. Pressesprecher Reiner Müller ist froh, dass der AED bisher noch nicht eingesetzt werden musste. Foto: Sabrina Beck
Wie genau ein AED funktioniert, weiß Carsten Holtgrefe, Geschäftsführer von Struck Medizin- technik: »Wenn der Deckel geöffnet wird, schaltet sich das Gerät automatisch ein und gibt dem Ersthelfer Anweisungen.« Zu- nächst muss die Klei- dung vom Oberkörper entfernt werden, Brusthaare sind gege- benenfalls mit einem beiliegenden Rasierer zu entfernen. Zwei Elektroden werden aufgeklebt. Holtgrefe: »Der Defibrillator entscheidet, ob ein Schock abgegeben wird. Dem Helfenden kann nichts passieren. Er darf nur keinen Körperkontakt zum Patienten haben.«
AED Rettungskette 2011
.« Anschließend folgt die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Der AED gibt den Takt an. Der Defibrillator im DRK-Haus ist – ebenso wie die anderen öffentlich zugänglichen Geräte – bisher nicht zum Einsatz gekommen. »Zum Glück«, sagt Reinhard Paul. Dennoch appelliert er an die Engeraner, bei einem Notfall keine falsche Scheu an den Tag zu legen. »Dann kommt es auf jede Minute an!« Einen Erste-Hilfe- Lehrgang könne der »Defi« für Laien jedoch nicht ersetzen, betont Paul. »Und wenn Hilfe geru- fen wird, sollte im Falle eines Herzinfarktes immer direkt der Rettungsdienst (☎ 112) alarmiert werden. Der Umweg über den Hausarzt kostet wertvolle Zeit.«
Quelle: Westfalen-Blatt / Engerscher Anzeiger,
Foto und Text: Von Sabrina Beck und Sonja Gruhn
In Deutschland sterben jährlich weit über 130.000 Menschen am plötzlichen Herzstillstand (Herzinfarkt).
Dies kann jederzeit und überall passieren.
AEDs werden von den Berufsgenossenschaften, allen ärztlichen und medizinischen Vereinigungen sowie Ersthelfer-Verbänden empfohlen. Sie gehören zu dem wichtigsten Bindeglied der Überlebenskette und gelten somit weltweit als „Standard of Care“.
Hoffentlich folgen weitere Einrichgtungen dem guten Vorbild.








