Samtgemeinde Emlichheim wird herzsicher

Sponsoren ermöglichen die Installation von sechs Defibrillatoren in Emlichheim

Die Notfallgeräte hängen in Emlichheim am Rathaus, in der Vechtetalhalle und im Hallenbad sowie in Hoogstede, Ringe und Laar jeweils an den Sporthallen. Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters hofft, dass das Beispiel auch in anderen Kommunen Nachahmer findet. gm Emlichheim.

„Die Samtgemeinde Emlichheim wird herzlicher". Mit diesen Worten umschreibt Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters ein Pilotprojekt, das in der Region einzigartig ist: Die flächendeckende Versorgung mit Notfall-Defibrillatoren (kurz: Defis). Hintergrund ist, dass in Deutschland jedes Jahr mehr als 150000 Herztote zu verzeichnen sind. Damit übersteigt diese Todesursache die Häufigkeit des Verkehrsunfalltods um das Zwölffache. Bei über 70 Prozent der Betroffenen liegt als Ursache ein Herzkammerflimmern vor. Mehr als die Hälfte dieser Menschen könnte gerettet werden, wenn das Flimmern schnell durch Elektroimpulse unterbrochen würde.

Vor diesem Hintergrund hatte der Allgemeinmediziner und Kommunalpolitiker Uwe Beiderwellen im Samtgemeinderat den Antrag gestellt, sechs Defis anzuschaffen, die jederzeit zugänglich und von Jedermann zu bedienen sind. Die einmaligen Anschaffungskosten in Höhe von 13000 Euro sollten ausschließlich durch Sponsoren finanziert werden. Die Verwaltung wurde daraufhin tätig und stieß bei mehreren Firmen auf „eine unglaubliche Spendenbereitschaft", wie Kösters am Mittwoch bei der offiziellen Übergabe der Geräte im Haus Ringerbrüggen berichtete. Kösters dankte folgenden Betrieben für ihr Engagement: der Emsland-Stärke, der Grafschafter Volksbank, der Firma Körner Polstermöbel, der Kreissparkasse Nordhorn, den Nordhorner Versorgungsbetrieben, der Raiffeisen-Grenzland, den RWE Westfalen-Weser-Ems, sowie den Firmen Stegink-Bau, Tieneken Elementebau und Wintershall. Der stellvertretende Landrat Gerhard Trüün sagte, er wünsche sich, dass durch das Pilotprojekt andere Kommunen zur Nachahmung animiert würden. Zwei der Geräte werden in Emlichheim angebracht, und zwar im Hallenbad und in der Vechtetalhalle, die übrigen vier werden am Rathaus in Emlichheim und an den Sporthallen in Hoogstede, Laar und Ringe an den Außenwänden installiert.

Kösters sagte, sie hoffe, noch weitere Sponsoren für die Anschaffung zusätzlicher Defis zu gewinnen. Beiderwellen, der auch Notfallarzt ist, stellte fest, dass in der Grafschaft durch die professionellen Organisationen fast immer zeit- und fachgerecht Hilfe geleistet werden könne. Bei plötzlichem Herzversagen komme es jedoch auf wenige Minuten an. Hier böten die Defis dank modernster Technik dem Laien die Möglichkeit, einem betroffenen Menschen das Leben zu retten. Der Kardiologe Alexander Schramm erklärte, dass Herzrhythmusstörungen ohne Vorwarnung auch bei nicht vorbelasteten Menschen auftreten könnten. Bei einem Kammerflimmern werde das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Deshalb sei es wichtig, sehr schnell durch Elektroimpulse den normalen Rhythmus des Herzens wiederherzustellen. Dabei seien die ersten fünf Minuten am wichtigsten, denn mit jeder vergehenden Minute sinke die Überlebenschance um zehn Prozent. Carsten Holtgrefe, von STRUCK Medizintechnik gab schließlich praktische Erläuterungen, wie in einem Notfall vorzugehen sei. Im Idealfall bestehe die Erstversorgung aus einer Kombination aus Herz-Lungen- Wiederbelebung und der rechtzeitigen Anwendung des Defis. Dank einer Sprachführung helfe das Gerät während der Reanimation, sodass es uneingeschränkt für den Laien anzuwenden sei. Holtgrefe regte an, den Umgang mit dem Defi in das Lehrprogramm der örtlichen Rettungsorganisationen aufzunehmen.

Quelle:Grafschafter Nachrichten

Schon jetzt sind weitere Gerätestandorte in Planung. Auch die weiteren Städte und Gemeinden der Grafschaft Bentheim werden kurzfristig aufrüsten gegen den Plötzlichen Herztod.

www.emlichheim.de