25.09.2012

Bad Bentheim: Defibrillatoren für eine herzsichere Region

Auch die Kirche sorgt für Herzschlag: Hilfe im Herznotfall durch die Initiative der

Stadtwerke Schüttorf GmbH und die Grafschafter Volksbank e.G.

Foto: Hermann Brünink
Foto: Hermann Brünink

Stadtwerke Schüttorf und Grafschafter Volksbank sponsern Powerheart Defibrillatoren für die Region

Gleich vier fabrikneue Defibrillatoren überreichte die Initiative „Pro Herz" von Grafschafter Volksbank und Stadtwerke Schüttorf am Dienstag, den 25.09.2012 in Gildehaus. Mit dieser Initative möchten die beiden Unternehmen dazu beitragen, die Region „herzsicher" zu machen.


Initiative Pro Herz - Flächedeckendes Netz an Defibrillatoren in Bad Bentheim und Umgebung

Stellvertretend für drei weitere Standorte übergab „Pro Herz“ den ersten „Lebensretter an die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Gildehaus. Als stark besuchten öffentlich zugänglichen Ort, wählte man das dortige Gemeindehaus als Standort aus. Weitere Defibrillatoren werden in der Sporthalle der Grund- und Hauptschule in Gildehaus, in der Schürkamphalle und im Forum am Gymnasium in Bad Bentheim installiert.

Die Initiative „Pro Herz“ hatte seit 2009 immer wieder Defibrillatoren in Schüttorf und Emsbüren bereit gestellt. Mit einem Kostenaufwand von 2080 Euro pro Gerät belaufen sich die Gesamtkosten für die nun installierten vier Geräte auf 8320 Euro. Anstoss für das Engagement der Bank und des Energieversorgers, war in diesem Falle jedoch die Anfrage der evangelisch-reformierten Gemeinde Gildehaus. Als Anlaufpunkt für die unterschiedlichsten Gruppen und die langen täglichen Öffnungszeiten des Gemeindehauses schienen der Gemeinde sehr geeignet für eine Defibrillator-Installation.

AED Rettungsstation in Gildehaus
AED Rettungsstation in Gildehaus

Die Initiative ist auch im südlichen Emsland über die Schwesterunternehmen Energieversorgung Emsbüren und Volksbank Süd-Emsland aktiv. „Das macht Sinn, solche Geräte auch für Gildehaus vorzuhalten“, lobte Bürgermeister Volker Pannen das Engagement der Initiative. Für das Rathaus in Bad Bentheim und das Dorfgemeinschaftshaus in Waldseite stellte Pannen die Installation in Aussicht. Finanziert werden sollen die Geräte dort dann aber aus Mitteln der Stadt Bad Bentheim und eventuellen Sponsoren. „Man sollte inzwischen erwarten, dass die Anschaffung solcher Geräte beim Bau von öffentlichen Gebäuden mit in das Baubudget eingerechnet werden“, wunderte sich der Bürgermeister über das Fehlen derartiger Positionen in den Kalkulationen.

Der Sportverein TuS Gildehaus bittet um Spende

Der TuS Gildehaus möchte diese Aktion in eigener Regie auf die weiteren Gildehauser Sportstätten fortsetzen. Hierbei sollen die Armin-Franzke-Turnhalle am Mühlenberg, sowie die Sportanlage am Romberg mit weiteren Defibrillatoren ausgestattet werden. Allerdings ist der Sportverein dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen und bittet um Spenden. Bei Überweisungen auf das Spendenkonto des TuS Gildehaus (KontoNr. 11031001) bei der Grafschafter Volksbank (Bankleitzahl 280 699 56) erhalten die Spender eine steuerlich begünstigte Spendenquittung.


Auch der SV Bad Bentheim möchte an seinem Gelände an der Gutenbergstraße in Bad Bentheim einen Defibrillator installieren, so dass neben den bereits vorhandenen Geräten in Arzt-Praxen und Betrieben Bad Bentheim wesentlich „herzsicherer“ wird. Eindrucksvoll führte Carsten Holtgrefe von der Firma Struck Medizintechnik bei der Übergabe an einer Puppe vor, was im Falle eines Herzkammerflimmern zu tun ist und wie das Gerät funktioniert. Die modernen, vollautomatischen Geräte entsprechen laut Holtgrefe dem klinischen Standard und eignen sich für Menschen jeden Alters und Körpergewichts.

In Schulungen sollen Helfer von DRK, DLRG und Feuerwehren an diesen Geräten geschult werden. Aber auch jeder Laie kann sie bedienen, da der Benutzer nach dem Aufklappen des Deckels automatisch sprachlich geführt wird. Alle Standorte werden mit Hinweisschildern und Piktogrammen versehen, sodass man sich im Bedarfsfall vor Ort schnell orientieren kann.

Plötzlicher Herztod ist wie ein Kurzschluss im Herzen

Beim plötzlichen Herztod leiten die Nerven des Herzmuskels abrupt die elektrischen Erregungssignale nicht mehr richtig weiter, es kommt zum tödlichen Kammerflimmern. Meistens zuckt das Herz unkontrolliert und immer schneller. Das Herz gerät aus seinem gewohnten Rhythmus, die Zahl der Herzschläge steigt meist drastisch an: von normalerweise 60 bis 80 Schlägen auf teilweise mehr als 300 Schläge pro Minute. Der Betroffene sinkt zusammen, der Kreislauf bleibt stehen, die Atmung setzt aus. Das Herz steht mechanisch still, das Gerhin erhält keinen Sauerstoff mehr.

 

Bald darauf stoppt das Herz ganz. Bis zu 70 Prozent der Betroffenen können überleben, wenn sie innerhalb von drei Minuten nach Auftreten der Symptome defibrilliert werden. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Mit jeder Minute, die ohne Defibrillation verstreicht, sinkt die Überlebensrate um ca. 10 Prozent.

 

"Bei frühzeitigen Rettungsmaßnahmen wie der Herz-Lungen-Wiederbelebung und dem schnellen Einsatz eines vollautomatischen AED-Notfall-Defibrillators hat der Betroffene eine gute Chance zu überleben," so Carten Holtgrefe von der STRUCK Medizintechnik GmbH aus Enger, Projektpartner für die Lieferung und Betreuung der Defibrillatoren.

Schulungen, regelmäßige Wartungen und Kontrollen sollen für eine umfassende Sicherheit sorgen

Die Defibrillatoren können von Jedermann bedient werden. Mit Hilfe einer Sprachführung hilft das Gerät während der Reanimation, so ist es auch für den Laien leicht zu bedienen. Hinsichtlich Wartung und Schulung ist eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem DRK Ortsverein Bad Bentheim geplant.

 

"Die Menschen in der Region sollen sich nicht nur wohl fühlen, sondern auch sicher, wenn es zum Notfall kommt. Hoffentlich tritt der Ernstfall nie ein, sollte es aber dennoch passieren, ist das Einzige, was man falsch machen kann, untätig zu bleiben. Nichts tun kann Menschenleben kosten. Wir sind stolz, dass wir nun in der Lage sind, effektiv zu helfen", so Bernhard Weinberg, Geschäftsführer der Stadtwerke Schüttorf.