06.07.2012

Volksbank Stiftung übergibt neuen Powerheart Defibrillator an die Stadt Bünde

Kleine Lebensretter mit großer Wirkung

Noch immer stellt der plötzliche Herzkreislaufstillstand eine der Haupt-Todesursachen in Europa dar. Viele Verstorbene, so heißt es, hätten überleben können - wenn Laien rechtzeitig hätten helfen können. Für die Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford Grund genug, eine groß angelegte Initiative zu starten. Als erster Nutznießer des Projekts "herzsicher in unserer Region" nahm die Stadt Bünde jetzt in der Mohning-Halle einen Defibrillator entgegen..


Es ist ein ehrgeiziges Ziel, dass sich die Volksbank-Stiftung gesetzt hat. "Wir möchten nach und nach unsere Region mit Defibrillatoren ausstatten", sagt Andreas Kelch, Marketing-Leiter des Geldinstituts. Lebensrettend könne der frühe Einsatz und die schnelle Verfügbarkeit eines solchen sein. "Die Menschen sollen sich nicht nur wohl fühlen, sondern auch sicher".
Schulen, Vereine und Institutionen sollen daher nach und nach mit solchen Lebensrettern versorgt werden.


Bei auftretenden Notfällen, wie Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern oder Herzrasen, könne auf diese Weise jeder helfen, bis der alarmierte Rettungsdienst am Ort des Geschehens eintrifft. Den ersten Defibrillator übergaben Andreas Kelch und Andreas Kämmerling von der Volksbank-Stiftung gestern an die Stadt Bünde. In der Siegfried-Mohning-Sporthalle in Ennigloh wird er ab sofort zum Einsatz kommen. Dass man sich für diesen Standort entschied, hat seine Gründe: "Die Halle ist stark frequentiert, wird von Schulen und Sportvereinen genutzt und ist durch ihren sportlichen Charakter prädestiniert", erklärten Bürgermeister Wolfgang Koch und Sportamtsleiter Marcel Ta.

Für jedermann gut sichtbar wurde das Gerät im Regieraum der Sporthalle angebracht. Wichtige Informationen für das Verhalten im Notfall und eine Alarmsicherung zieren die Rettungsstation. Bedenken hinsichtlich einer falschen Benutzung würden sich daher erübrigen, meint Carsten Holtgrefe von der Firma "Struck Medizintechnik", die das Modell empfohlen hatte. "Wir haben nicht irgendein Gerät gewählt, sondern einen leicht zu bedienenden Vollautomaten", erklärte er.

Dies sei wichtig, da nicht immer geschultes Personal vor Ort ist, wenn etwas passiert. "Der Defibrillator ist daher mit einer Sprachaufforderung ausgestattet, die genau erklärt, was zu tun ist".; Dennoch gehören spezielle Schulungen für Lehrkräfte, Übungsleiter und Schüler zum geschnürten Gesamtpaket. Auch eine Lernsoftware wird mitgeliefert. "Ein Defibrillator ist gut, aber mit flankierenden Maßnahmen ist er noch besser", freute sich Wolfgang Koch.


An einer Puppe demonstriert Bürgermeister Wolfgang Koch das richtige Verhalten im Notfall - während der Defibrillator schon im Einsatz ist. Andreas Kämmerling, Carsten Holtgrefe, Marcel Ta, Hausmeister Klaus Kuscak und Andreas Kelch (v.l.) schauen zu.


Die Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford

Die Ausschüttungen der Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford sollen entsprechend dem Stiftungszweck in Projekte fließen, die von Ehrenamtlichen betreut werden und auf mehr Lebensquali- tät im heimischen Raum abzielen. Nach dem Motto „Von Menschen für unsere heimische Region“ will die Stiftung unter anderem Maßnahmen und Initiativen aus den Bereichen Sport, Kunst, Kultur, Gesundheit und Heimatpflege fördern.

Das Kuratorium der Stiftung Volksbank Bad Oeynhausen-Herford hat in diesem Sinne beschlossen, insgesamt 10 Defibrillatoren an Schulen, Kindergärten und andere sozialen Einrichtungen in der Region zu spenden.


Die Defibrillatoren werden geliefert von STRUCK Medizintechnik GmbH aus Enger, Projektpartner der Stiftung für die Lieferung und Betreuung der Pro-Herz Standorte.

Foto und Text:  FELIX EISELE, Neue Westfälische, www.nw-news.de

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Plötzlicher Herztod ist wie ein Kurzschluss im Herzen

Beim plötzlichen Herztod leiten die Nerven des Herzmuskels abrupt die elektrischen Erregungssignale nicht mehr richtig weiter, es kommt zum tödlichen Kammerflimmern. Meistens zuckt das Herz unkontrolliert und immer schneller. Das Herz gerät aus seinem gewohnten Rhythmus, die Zahl der Herzschläge steigt meist drastisch an: von normalerweise 60 bis 80 Schlägen auf teilweise mehr als 300 Schläge pro Minute. Der Betroffene sinkt zusammen, der Kreislauf bleibt stehen, die Atmung setzt aus. Das Herz steht mechanisch still, das Gerhin erhält keinen Sauerstoff mehr.

 

Bald darauf stoppt das Herz ganz. Bis zu 70 Prozent der Betroffenen können überleben, wenn sie innerhalb von drei Minuten nach Auftreten der Symptome defibrilliert werden. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Mit jeder Minute, die ohne Defibrillation verstreicht, sinkt die Überlebensrate um ca. 10 Prozent.

 

"Bei frühzeitigen Rettungsmaßnahmen wie der Herz-Lungen-Wiederbelebung und dem schnellen Einsatz eines vollautomatischen AED-Notfall-Defibrillators hat der Betroffene eine gute Chance zu überleben," so Carten Holtgrefe von der STRUCK Medizintechnik GmbH aus Enger, Projektpartner für die Lieferung und Betreuung der Defibrillatoren.